Robert Streibel

Gerasimos Garnelis

Garnelis 1_Stein AusstellungGerasimos Garnelis ist einer von fast 400 Griechen, die im Zuchthaus Stein festgehalten werden. Er überlebt das Massaker auf dem Leichenhaufen. Schwer verwundet wartet er mit einigen Leidensgenossen schwer verwundet im Keller auf die Befreiung am 8. Mai. Einer, der mit ihm im Keller ausharrt, ist der Berliner Max Hoffmann.
Durch den Bürgerkrieg konnte er nicht in seine Heimat zurückkehren und lebt bis zu seinem Tod 1999 in Krems.

Am 12. April 2015 wird eine Gasse, die von der Justizanstalt zur Ringstraße führt nach ihm benannt.

 


Max Hoffmann

Max Hoffmann 4 R1-05-6Der Berliner Häftling Max Hoffmann erinnert sich an das Massaker im Zuchthaus Stein
am 6. April 1945.

“Auch ich kam mit 9 (neun) Schüssen auf den Leichenhaufen. Unterdessen wüteten die Mordbestien der SS weiter. Was sie noch lebend fanden, wurde von ihnen erschossen. Sie waren wie Raubtiere, die Blut gerochen hatten. Trotz des Befehles zum Feuereinstellen, machten sie noch Jagd auf Menschen, solange sie noch einen fanden. Dann erschossen sie die Häftlinge, die die Leichen zusammengetragen hatten.”

Das Interview führte Robert Streibel im September 1985.


April in Stein

Unbenannt-2„April in Stein“ erzählt vom (Über-)Leben im Zuchthaus, von Zwangsarbeit und politischem Widerstand, vor allem aber erstmals vom Massenmord in Krems.

Während der NS-Gewaltherrschaft war das Zuchthaus in Krems-Stein das größte der „Ostmark“. Hier wurden Regimegegner eingesperrt – Kommunisten und „Saboteure“, Widerständler aus Österreich und Osteuropa. Am 6. April 1945 öffnet der Gefängnisdirektor angesichts der vorrückenden Roten Armee die Tore der Haftanstalt, doch SS, SA und lokale Bevölkerung jagen und ermorden Hunderte politische Häftlinge in einem beispiellosen Massaker. Einigen gelingt die Flucht, einige überleben versteckt im Keller, und ihre Berichte bilden die Grundlage von Robert Streibels vielstimmigem Panorama.
Am 6. April 2015 ist der 70. Jahrestag des Häftlingsmassakers von Krems-Stein

Residenz Verlag 2015
264 Seiten
Format 125×205 Hardcover
EUR 22,90 / sFr 31,80
ISBN: 9783701716494
ISBN ebook: 9783701744992


Krems 1938 – 1945 eine Geschichte von Anpassung, Verrat und Widerstand

Cover Krems 1938Robert Streibel ist ein Sonderfall unter den Historikern, und ein Sonderfall auch unter den Geschichtspublizisten: akribisch genau in seinen Recherchen; originell in der Art, wie er seine Stoffe ergründet; unbeirrt in seiner Beständigkeit; leidenschaftlich in der Zuneigung zu den Verfolgten. Er reibt sich an der Geschichte, zeigt, wie gegenwärtig sie noch ist, und zwar so, dass diese Gegenwärtig anderen einleuchtet. Er ist also nicht nur Forscher und Chronist, sondern auch ein Geschichtsaktivist, der den Propagandisten des Vergessens und Verharmlosens heimleuchtet. Sein herausragendes, immens spannendes Werk über Krems in der Nazizeit ist zum Teil schon vor Jahren entstanden, hat aber nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

In ihm steht der Satz: “Das Beispiel Krems zeigt, dass Erfolg in der Gedenkarbeit nur möglich ist, wenn man einen langen Atem besitzt.” Weil er diesen Atem hat, ist Robert Streibel einer der erfolgreichsten Gedenkarbeiter überhaupt. Auch einer der radikalsten, und von allen, die ich kenne, der am meisten vergnügliche. (Erich Hackl)

Verlag Bibliothek der Provinz 2014
ISBN: 978-3-99028-330-1
21 x 15 cm, 528 Seiten, 86 farb. Abb.
€ 29,00

 


Bürokratie & Beletage

streibel-cover3Ein Ringstraßenpalais zwischen »Arisierung« und spätem Recht

150 Jahre Ringstraße als Anlass, einen Blick auf die jüdische Geschichte der Prachtstraße zu werfen. Etwa ein Viertel der Bauten wurden entweder von jüdischen Architekten erbaut oder die Auftraggeber und Bewohner waren Juden.

Doch wie viel Geschichte verbirgt sich in einem Haus? Das Ringstraßenpalais Weihburggasse 30 erzählt Lokalgeschichte und wird zum Prisma für die Zeit seit 1868 in Österreich. Von Textil- und Lederhändlern, von Fabrikanten und Architekten, von Freimaurern zur Zeit der Weltausstellung 1873. Von »Arisierung« und Raub der gesamten Einrichtung der Beletage, von Rechtsanwälten und anderen Nutznießern des Nationalsozialismus. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung entschied in diesem Palais über den Einsatz von Fremdarbeitern und lenkten die »Arbeitsschlacht« für den Krieg. Nach der Befreiung 1945 arbeiteten hier die MitarbeiterInnen des Arbeitsamtes für den Wiederaufbau. Nach neun Jahren Rechtsstreit stimmten die Erben 1957 entmutigt einem für die Republik günstigen Vergleich zu.

Erst im Jahr 2003 wurde das Palais an die Erben restituiert, der erste Fall von Naturalrestitution in Österreich. Dass der neue Besitzer (und kein Angehöriger der Vertriebenen) mit der Renovierung des Hauses auch den Auftrag erteilt hat, die gesamte Geschichte zu erforschen und zu dokumentieren, ist für Wien eine Art Premiere.

 

PRESSESTIMMEN:
Hans-Werner Scheidl rezensiert ausführlich in der Tageszeitung “Die Presse” vom 07.03.2015. Titel: Weihburggasse 30: Ein Palais und seine schäbige “Restitution”.
STREIBEL, Robert
Bürokratie & Beletage
Ein Ringstraßenpalais zwischen »Arisierung« und spätem Recht
192 Seiten
Format 15×24
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-464-9


Ausstellung Stein 1945

Einaldung Austellung 1945Stein 1945

Diese Ausstellung zeigt die Geschichte einiger Widerstandskämpfer, die in Stein
inhaftiert waren und dokumentiert den Volksgerichtsprozess gegen die Mörder
vom April 1945, der im August 1946 stattgefunden hat.
Kurator der Ausstellung: Dr. Robert Streibel

Eröffnung: 10. 4. 2015, 19.00 Uhr
Vizebürgermeister Mag. Wolfgang Derler
10.4. bis 24.4. 2015
Mo-Fr 9.00-12.00 Uhr und auf Anfrage (Tel. 0676/924 96 86)
Galerie Kultur Mitte
3500 Krems, Obere Landstraße 8

 

Plakat_April in SteinRobert Streibel:  April in Stein

„April in Stein“ erzählt vom (Über-)Leben im Zuchthaus, von Zwangsarbeit und politischem Widerstand, vor allem aber erstmals vom Massenmord in Krems.

Während der NS-Gewaltherrschaft war das Zuchthaus in Krems-Stein das größte der „Ostmark“. Hier wurden Regimegegner eingesperrt – Kommunisten und „Saboteure“, Widerständler aus Österreich und Osteuropa. Am 6. April 1945 öffnet der Gefängnisdirektor angesichts der vorrückenden Roten Armee die Tore der Haftanstalt, doch SS, SA und lokale Bevölkerung jagen und ermorden Hunderte politische Häftlinge in einem beispiellosen Massaker. Einigen gelingt die Flucht, einige überleben versteckt im Keller, und ihre Berichte bilden die Grundlage von Robert Streibels vielstimmigem Panorama.
Am 6. April 2015 ist der 70. Jahrestag des Häftlingsmassakers von Krems-Stein

 

Lesungen:

20.04.2015 um 19:00 Uhr
Robert Streibel stellt seinen Roman April in Stein vor.
Erich Hackel liest aus Drei tränenlose Geschichten.
Einleitendes Gespräch der Autoren zum ihren gemeinsamen Arbeitsfeldern: Mündliche Berichte und historische Forschung, Faktendarstellung und Erzählung, Lebensläufe und Gesellschaftsbilder
Literarisches Quartier – Alte Schmiede Wien (Kunstverein Wien)
Schönlaterngasse 9
1010 Wien

28.04.2015 um 19:00 Uhr
Robert Streibel stellt sein neues Buch April in Stein vor.
Republikanischer Club – Neues Österreich
Rockhgasse 1
1010 Wien

09.05.2015 um 18:00 Uhr
Robert Streibel stellt seinen Roman April in Stein vor.
AUSSTELLUNGSHAUS Kunststaulager Spoerri GmbH & Co. KG
Hauptplatz No.23
A-3493 Hadersdorf am Kamp

27.05.2015  um  14:30 
41 Tage Kriegsende 1945: Robert Streibel: Das Massaker im Gefängnis Krems/Stein im April 1945
Expert/inn/en-Gespräche – Treffpunkt: Eingang Krypta im Äußeren Burgtor.
Eine Ausstellung am Heldenplatz und im Äußeren Burgtor 16.April bis 3. Juli 2015.

 


April in Stein: Suche nach Häftlingen

Häftlinge in Stein 1Im Jahr 1944 wurden hunderte Griechische Antifaschisten ins Zuchthaus Stein bei Krems an der Donau gebracht. Die Duetschen Besatzer mussten sich aus Griechenland zurückziehen, die inhaftierten Widerstandskämpfer sollten aber auf keinen Fall das Licht der Freiheit erblicken. Beim Massaker im Zuchthaus Stein am 6. April 1945 waren viele Griechen unter den 386 Opfern. Bis heute ist die Geschichte der Griechen in Stein nicht geschrieben. Im Jänner hat das Recherche-Projekt des Historikers Robert Streibel und des Fotografen Nick Mangafas begonnen. Wir suchen Nachkommen der Häftlinge. In einer Liste sind zwar Namen vermerkt aber ohne die Herkunft der Inhaftierten. Wir suchen Nachkommen, die uns Briefe, Fotos, Erinnerungen zur Verfügung stellen können.

Die Liste zum Downloaden: Griechen in Stein_Liste_Streibel
Stein Häftlinge Jahr 1944_Griechen_Streibel_1

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Rückmeldung bitte an: r.streibel@utanet.at

 

70 ΧΡΟΝΙΑ ΑΠΟ ΤΟ ΜΑΚΕΛΕΙΟ ΣΤΟ ΣΤΑΙΝ

Η ιστορία των Ελλήνων πολιτικών κρατούμενων στις σωφρονιστικές φυλακές του Stein της Αυστρίας , δεν επιτρέπεται να λησμονηθεί.
Από τα μέσα του1944, Έλληνες πολιτικοί κρατούμενοι από όλη την Ευρώπη μεταφέρονται στις σωφρονιστικές φυλακές του Stein.
Η ναζιστική εξουσία έκανε τα απαιτούμενα ώστε να μην αφεθούν ελεύθεροι οι πολιτικοί κρατούμενοι.
Οι σωφρονιστικές φυλακές του Stein ,κοντά στην πόλη Krems   (κοιλάδα Wachaou) επί του Δούναβη, ήταν από τις μεγαλύτερες φυλακές του Ράιχ στην Αυστρία.
Περίπου 400 Έλληνες πολιτικοί κρατούμενοι βρισκόταν εκεί τον Απρίλιο του 1945.
Στις 6 Απριλίου, τα SS και η Wehrmacht εκτέλεσαν μαζικά όλους τους πολιτικούς κρατούμενους στις φυλακές του Stein.

Στην επίσημη αναμνηστική επιτύμβιο πλάκα γίνεται λόγος για 386 δολοφονημένους, αλλά και στις επόμενες μέρες   στα περίχωρα της πολιτείας Krems, δολοφονήθηκαν αρκετοί κρατούμενοι που προσπάθησαν να διαφύγουν το μακελειό, έτσι ώστε ο αριθμός των θυμάτων να είναι πολύ υψηλότερος.

Η ιστορία των Ελλήνων πολιτικών κρατουμένων και δολοφονηθέντων του Stein δεν έχει γραφεί μέχρι σήμερα.

Παρακαλούμε, βοηθήστε μας να τεκμηριώσουμε την ιστορία των αδίκως δολοφονημένων Ελλήνων, ώστε ο χαμός τους να μην ξεχαστεί.

Ευχαριστούμε εκ των προτέρων για πληροφορίες, ντοκουμέντα, φωτογραφίες, μαρτυρίες και αναμνήσεις.

Dr Robert Streibel (Ιστορικός)
Nick Mangafas (Φωτογράφος)

r.streibel@utanet.at

 

Petras_Zeichnung1In Stein waren auch Häftlinge aus Tschechien und der Slowakei inhaftiert

  1. 6. dubna 1945 provedli příslušníci SS a Wehrmachtu v této věznici masakr.

Na oficiálním pomníku je uvedeno 386 mrtvých, ale protože likvidace vězňů v okolí Kremže probíhala také v následujících dnech, bude počet obětí jistě vyšší.

V románu „April in Stein“ (Duben ve Steinu, vyšlo u nakladatelství Residenz v roce 2015) jsem se pokusil tyto události podrobně zdokumentovat.
Historie vězňů však není dodnes úplně uzavřená. Pomozte nám zdokumentovat jejich osobní příběhy, aby se na žádný osud nezapomnělo. Děkujeme Vám předem za informace, fotografie, vzpomínky a dokumenty.

Stein+Häftlinge+Jahr+1944_Tschechen

Dr. Robert Streibel
r.streibel@utanet.at

 


Zu Gast im TV Studio bei OKTO

Ideen finden stadtIdeen finden Stadt. Eine Reihe auf Okto am 8.12. 2014 über Erinnerungsarbeit & Nationalsozialismus. Die Zeit des Nationalsozialismus geht uns alle etwas an. Wer hat früher in meiner Wohnung, meinem Haus, meiner Straße gewohnt und wurde vertrieben? Diese und andere Fragen stellen sich zahlreiche BürgerInnen im Rahmen der Lokalen Agenda 21 Wien.

Ideen finden Stadt begleitet die Projekte “Steine der Erinnerung” in Liesing und “Servitengasse 1938” am Alsergrund bei ihren Aktvitäten. Zu Gast im Studio ist Robert Streibel (VHS Hietzing und Plattform erinnern.at). Er spricht über die Bedeutung des Gedenkens und die Zukunft des Erinnerns.
http://okto.tv/ideenfindenstadt/12368/20140428


Der lange Atem der Gerechtigkeit

Leserbreif für die NÖN, 3.11.2014

Wieder ist ein halbes Jahrzehnt vergangen und nichts ist passiert. Im Jahr 2009 wurde ein Gesetz beschlossen, das Deserteure der Deutschen Wehrmacht nicht weiter diskriminierte. Mehr als ein Dutzend Menschen hatten für die Kremser Deserteure Gedenktafeln aufgestellt, die Stadt entfernte diese und drohte mit Strafen.  In Wien wurde vor kurzem das erste Denkmal für Deserteure errichtet. Ein Denkmal in Österreich muss doch genügen. In diesen Tagen wird wieder der Toten gedacht, wenn Reden gehalten werden, dann ist sicherlich das „Nicht vergessen“ und „Aus der Geschichte lernen“ zu hören. Solange wir nicht wissen was war, können wir auch nichts vergessen und schon gar nichts lernen.
Um es klar zu sagen weder die Deserteure werden geehrt noch ist die Geschichte der Großväter aufgearbeitet, wo in welchen Einheiten der Deutschen Wehrmacht sie gedient, gekämpft und gestorben sind, auch ihre Geschichte wird so missachtet. Auch den Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus geht es da nicht besser. Die Gerechtigkeit braucht wohl einen langen Atem. Dass der Bürgermeister eine Initiative gesetzt hat, damit auch Jugendliche in Fachbereichsarbeiten sich mit der Geschichte auseinandersetzen können (Präsentation 12.11.) und das Buch Krems 1938-1945 am 6. 11. offiziell vorstellt ist ein hoffnungsvolles Zeichen. Es hat 50 Jahre gebraucht bis die Stadt der Opfer des Massakers im Zuchthaus Stein vom 6. April 1945 gedachte. Die Ungeduld bleibt. Zu lange wurde verdrängt, vergessen und auf die lange Bank geschoben. Ein historischer Reformstau.

Dr. Robert Streibel, Historiker