Robert Streibel

Bürgermeister Dr. Reinhard Resch eröffnet

Louis Mahrer: Ein Vorbild für uns Alle!
Bürgermeister Dr. Reinhard Resch, 28.4.2017
Galerie Kultur Mitte in Krems

Danke; dass ich heute als Bgm eröffnen darf. Was eröffnen?

Eine Präsentation mit Lesung  „70 Jahre nach Erstausgabe Louis Mahrer´s „BORA, mit Ausstellung & die Premiere: „Ich will die Sonne sehn“ – von Gerhard Pazderka“.

Klingt nach viel & lang, – ich werde mich auch selbst nicht kurz halten -; es wird intensiver, hochpolitischer Abend, ein zutiefst menschlicher Abend.

Als Bgm nehme ich Eröffnungen nicht leicht; noch dazu, wenn GR Kollege Mag. Wolfgang Mahrer, Sohn des Protagonisten– mich eingeladen hat; –

und die Erzählung BORA & Louis Mahrer ad personam von Dr. Robert Streibel mit einer großartigen Rezeption gewürdigt wurde. Also eine Herausforderung!

Wie habe ich mich genähert? Habe die Einladung genau gelesen, dann die Erzählung BORA, dann mit Menschen gesprochen, die Dr. Mahrer persönlich kannten; – als Lehrer, als Senior-Kollegen.

Und dabei bin ich bei der offiziellen Einladung gleich „hängengeblieben“, beim Wort „Widerstandskämpfer“. Dabei entstehen Bilder in meinem Kopf, Bilder von Guerilla, von Partisanenkampf, Freiheitskampf u.ä; – ich bin dabei zum persönlichen Schluss gekommen: Die Wort-Betonung liegt bei Louis Mahrer auf der ersten Silbe, bei „Widerstand“; nicht bei Kampf! Bei einem zutiefst ethisch motivierten Widerstand gegen das NS-Regime.

In der Erzählung BORA machen ja Alfred Kroneck (alter Ego von Louis Mahrer) und Gerhard Schmiel in einer Funk“aufklärungs“kompanie ihren Dienst. Da kam mir der Gedanke, dass ich mich der 4 Kant´schen Fragen bediene: – Immanuel Kant ist ja der größte „Aufklärer“ der Menschheitsgeschichte; – bediene mit Bezug zur Gegenwart, mit Bezug zu „heute“.

Die Kant´schen Fragen: Was kann ich wissen? – „Erkenntnis“. Was soll ich tun? – „Ethik“. Was darf ich hoffen? – „Religionsphilosophie“. Was ist der Mensch? – „Anthropologie“.

Was kann ich wissen?

  • In NS Ära glaubhaft, für mich nachvollziehbar, dass Viele „nicht wussten“, was im „Reich“ im nicht offiziellen Teil und im Konkreten passierte; oft sogar in unmittelbaren Umgebung;
  • Heute? Gibt es so viel an Wissen, & das so rasch, dass wir es gar nicht mehr „Behirnen“ können; dass wir gar nicht mehr in der Lage sind „echtes“ Wissen von Fake-News sicher zu unterscheiden.
  • Heute ist es offensichtlich: die Welt, Europa, auch Österreich; – WIR sind mitten drin, die Demokratie – wie sie uns bekannt ist – in Frage zu stellen; zu unterminieren, die Grundwerte einer Gesellschaft in Frage zu stellen, – dazu braucht es Feindbilder; wir sind dabei diese systematisch generieren; wir sind mitten drin unsere Gesellschaft zu spalten; – sie ist es schon!
  • Heute? „Nicht wissen“ ist heute kein glaubhaftes Argument!

Was soll ich tun?

Alois Mahrer hat es uns gezeigt. Hat Mut gezeigt. Wusste, was er zu tun hat.

  • Auch heute sollten wir wissen, was wir zu tun haben! Es ist ein Auftrag, Der Auftrag lautet: „Verantwortung“ übernehmen – jeder persönlich – in der Arbeit für den Erhalt von Frieden & Freiheit!“
  • Das heißt auch: Nicht „Wegschauen, Weghören“, nicht „neutral“ sein, nicht unwidersprochen lassen, wenn es um fundamentale Verletzungen von Grundfreiheiten & Menschenrechte geht!

 

Was darf ich hoffen?                        … sehr frei:

  • Wenn wir das alles tun, ist es meine, eine Hoffnung: Dass dies auch der jungen Generation, unseren Kindern auf ihrem Weg eine Richtschnur sein wird, – und ist. Wir sollten die Jugend stärken; – in ihrem Idealismus, in ihrer Offenheit & in ihrer Toleranz

 

Was ist der Mensch?    Wer ist der Mensch Dr. Mahrer?

  • Habe mit drei ehemaligen Schülern und eine „Jungkollegin“ – StR Mag. Anna Wegl ist am Tage seines (letztlich tödlichen) Herzinfarktes mit ihm gemeinsam zur Schule gegangen.
  • Die Wortspenden:

„Er unterrichtete Deutsch und Französisch; als Lehrer war Dr.Mahrer eine hoch geschätzte Persönlichkeit; er war besonnen, sanftmütig, ein (+) Mensch; ein wahrer Humanist; seine Frau war als Kommunistin aktiv; – er selbst in der Schule & auch „im freien, außerschulischen  Bereich/Umgang“ unpolitisch, er habe nie über den Krieg gesprochen; habe auch nie Kriegs-Erlebnisse erwähnt, er war „Pazifist“, und habe das friedliches Zusammenleben in den Mittelpunkt gestellt, war eine „tolle Persönlichkeit“.

ALLE Befragten gleichlautend: Wir haben gelernt für´s Leben!

 

  • Mahrer war MENSCH im besten Sinne!“
  • Er ist Vorbild für uns Alle!

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